Verhütungsmethode Pille Ovulationshemmer

Risiken der Hormontherapie

In neuerer Zeit ist die Diskussion über Vor- und Nachteile uns somit der Risiken der Hormontherapie erneut in den Vordergrund getreten.

In den USA wurde eine große Studie zur Überprüfung des Nutzens und der Risiken einer HT durchgeführt. Die Studie war für einen Zeitraum von 8,5 Jahren geplant. Es wurde ein Hormonpräparat mit 0,625 mg konjugierten Östrogenen und 2,5 mg MPA mit einer Plazebotherapie verglichen. Eine Zwischenauswertung ließ jetzt erkennen, dass die Risiken den Nutzen übersteigen, die Studie wurde daher nach 5,2 Jahren vorzeitig abgebrochen (JAMA 2002). Nach dieser Studie kommt es bei 10.000 Frauen, die das Präparat ein Jahr lang einnehmen, zu sieben zusätzlichen koronaren Herzerkrankungen, zu acht zusätzlichen invasiven Brustkrebsfällen, zu acht zusätzlichen Schlaganfällen und acht zusätzlichen Lungenembolien. Sechs Fälle von Kolonkarzinom und 5 Oberschenkelhalsfrakturen werden vermieden.

Eine Studie, in der bei Frauen nach Entfernung des Uterus nur Östrogene (ohne Gestagenzusatz) gegeben werden, wurde inzwischen ebenfalls beendet. In dieser Studie fand sich keine Erhöhung des Brustkrebsrisikos, allerdings kam es gegenüber der Vergleichsgruppe vermehrt zu Schlaganfällen. [HR 1,39; 95% KI 1,10-1,77; entsprechend 44 (Hormongruppe) versus 32 Ereignisse (Plazebogruppe) / 10.000 Frauen / Anwendungsjahr]. Das erhöhte Brustkrebsrisiko ist somit offenbar Folge der Kombinationstherapie (Östrogene plus Gestagene).

In der Zeitschrift JAMA wurde weiterhin das Ergebnis einer Reanalyse zum Risiko des Ovarialkarzinoms nach Östrogentherapie publiziert. Danach erhöht eine langfristige Östrogentherapie (> 10 Jahre) das Risiko für das Auftreten eines Ovarialkarzinoms.

Im August 2003 wurden in der Zeitschrift “The Lancet” Ergebnisse der “Million Women Study” veröffentlicht. Die Ergbnisse dieser Studie bestätigen die Ergebnisse der WHI-Studie bezüglich des Risikos von Brustkrebserkrankungen:

  • Das relative Risiko für eine Brustkrebserkrankung steigt für Frauen, die eine Hormonsubstitution erhalten, auf 1,66, während es für Frauen, die nie eine Hormonsubstitution erhielten, 1,0 beträgt. Nach Absetzen der Substitution sinkt das Risiko wieder auf 1,04. Das relative Risiko beträgt 1,3 für die Einnahme reiner Östrogene, 2,0 für eine Östrogen-Gestagenkombination und 1,45 für Tibolon (Liviella®).
  • Die Autoren errechnen für 1.000 Frauen nach 10jähriger Einnahme von reinen Östrogenpräparaten fünf zusätzliche Brustkrebserkrankungen und für 1.000 Frauen, die 10 Jahre eine Östrogen-Gestagenkombination einnehmen, 19 zusätzliche Brustkrebserkankungen.

Die Autoren des Lancet-Artikels kommen an Hand der für entwickelte Länder typischen Inzidenzrate und ihrer eigenen Daten zu folgender Tabelle:

HRT nie genommenDauer einer alleinigen ÖstrogentherapieDauer einer Östrogen- Gestagenkombinations therapie
5 Jahre10 Jahre5 Jahre10 Jahre
Bis zu einem Alter von
50 J1818181818
55 J2728,5293434
60 J3839,5434457
65 J5051,5555669
Kumulative Erhöhung01,55619
(95 % CI)(0-3)(3-7)(5-7)(18-20)
Auf 1.000 Frauen bezogene geschätzte kumulative Inzidenz für Brustkrebs

Ende September 2009 wurde im Lancet eine neue Auswertung der WHI-Studie publiziert. Es hat sich gezeigt, dass Frauen, die eine kombinierte Östrogen/Gestagentherapie erhalten hatten, häufiger an Lungenkarzinomen verstorben sind.

Von den 8.506 Frauen, die Hormone genommen hatten, hatten 109 ein Lungenkarzinom entwickelt. Von den 8.102, die Plazebo genommen hatten, waren es 85. Dieser Unterschied ist nicht signifikant. Allerdings waren in der Hormongruppe signifikant mehr Frauen als in der Plazebogruppe verstorben (73 gegenüber 40).

Eine Auswertung der Gruppe, die nur Östrogene bekommen hatte, folgt demnächst.  

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